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BHG: Keine Experimente in der Krise

Bundesheergewerkschaft fordert: Sofortiger Stopp der Bundesheerreform aufgrund der Kriegsgeschehnisse in Europa

 

Wien (OTS) - Der Krieg in der Ukraine hat die europäische Sicherheitsarchitektur grundlegend verändert. Es bedarf daher stabiler Verhältnisse vor allem in den Streitkräften. Das Bundesheer wird in der nächsten Zukunft allerlei Herausforderungen zu bewältigen haben und es muss vor allem für eine militärische Landesverteidigung gerüstet sein. „Reformen und andere Experimente sind in Friedenszeiten möglich, in der Krise gibt es dafür keinen Spielraum. Das Bundesheer braucht jetzt klare und bewährte Strukturen“, so der Präsident der Bundesheergewerkschaft, Manfred Haidinger.

 

Der Umbau der Führungsspitze und die damit verbundenen Unsicherheiten könnten die Einsatzbereitschaft und Schlagkraft des Bundesheeres schwächen. Um hier nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, ist es dringend notwendig, die erst in ihren Ansätzen begonnene Reform, die eine völlige Umkrempelung der bisherigen Führungsverhältnisse mit sich bringen würde, sofort zu beenden. „Die bisherigen Strukturen sind lange gepflogene und erprobte Praxis und ich fordere die Bundesministerin daher auf, diese bewährten Strukturen wieder einzunehmen“, so Haidinger.

 

Vor allem wäre die für Krisenfälle vorgesehene Einsatzsektion unter General Karl Schmidseder wieder zu etablieren. Denn in der neuen Struktur ist eine Vermischung von militärstrategischer Ebene und den operativen Kommanden der Truppe vorgesehen, wobei es sich hier um ein weltweit einzigartiges Experiment handelt, worüber es noch keine Erfahrungswerte gibt. „So etwas macht in der Krise wenig Sinn; die bewährten Kommanden der Streitkräfteführung und der Streitkräftebasis sowie eine eingespielte Führung im Ministerium sind jetzt ein Gebot der Stunde, denn wir wissen nicht, was uns möglicherweise noch bevorsteht“, so der Präsident der Bundesheergewerkschaft.

Die Bundesheergewerkschaft fordert daher einen sofortigen Stopp dieser unausgereiften Reformpläne des Generalsekretärs.

 

Foto: www.bundesheer.at - HBF Pusch